Von der A 12 Inntalautobahn Ausfahrt Kufstein Süd über die B 173, dann B 178 nach Scheffau. Ebenfalls über die B 178 bis Scheffau, wenn man von St. Johann in Tirol kommt. In Scheffau abzweigen und auf Höhe der Kirche nach rechts auf schmaler Straße bis zum Gasthaus Jägerwirt.
Charakteristik
Insgesamt gesehen lohnende Tour, vor allem vom landschaftlichen Eindruck her. Teilweise luftiger und recht schmaler Grat. Der Fels ist vor allem im unteren Teil schrofig und grasdurchsetzt, stellenweise auch etwas brüchig, in den schwierigeren Stellen jedoch sehr gut. Bei Nässe eher unangenehm. Die Absicherung ist in den schwierigen Stellen ausreichend.
Gipfel / Berg
Kopfkraxe, 2178 m
Ausrüstung
Mindestens 55 m-Seil, 5 - 6 Express-Schlingen und 4 Bandschlingen, evtl. kleines Klemmkeilset oder einige friends kleiner bis mittlerer Größe, da in einigen Seillängen keine Zwischensicherungen bzw. an einigen Standplätzen auch keine Bohrhaken vorhanden sind.
Tourtyp / Charakter der Tour
Gratkletterei
Zustieg
Anfangs auf der Forststraße (Weg Nr. 814) an der Wegscheid Niederalm vorbei, später auf markiertem Steig mit der Weg Nr. 826 zur Wegscheid Hochalm und in Richtung Schneekar / Treffauer. Dort wo sich der Steig zum Treffauer am Beginn des Schneekars entschieden nach rechts wendet, steigt man im Karboden weglos nach links gegen die große Wandmulde zwischen Sonneck und Kopfkraxe. Als Richtungspunkt dient die Schlucht, die zu dieser Mulde hinaufzieht. Den linken Begrenzungsgrat dieser Schlucht bildet der Kraxngrat. Der Einstieg befindet sich etwas links einer kleinen auf den Fels gemalten gelben Sonne direkt am Auslauf der Schlucht. In ihr steigt man etwa 50 m hinauf (2- und 1) bis zum ersten steilen Aufschwung. Hier Anseilplatz. Stand mittels Klemmkeile oder friends.
Wegbeschreibung / Routenverlauf
1. SL: Vom Stand spreizend den Kamin empor (3-), dann links haltend gegen einen neben dem Hauptkamin herabziehenden wesentlich weniger ausgeprägten Sekundärkamin. An seinem Beginn ist ein goldener Bohrhaken sichtbar. Von diesem steigt man hinauf zum zweiten Bohrhaken, Stand, 50 m, 3-, 1, 3-, etwas brüchiger Fels. 2. SL: Weiter den kurzen glatten Kamin empor (1 BH) und am RingBH vorbei in einer Links-Rechts-Schleife in kleines Schartl, dann steil und brüchig 3 m hinauf in leichtes Gelände oberhalb des Hauptkamins. Im oberen rechten Eck vor dem nächsten kleinen Steilaufschwung kann man Stand an friends machen, 55 m, 3, 2, 3, 1. 3. SL: Über die kurze Wandstelle empor in grasiges Gelände am unteren Rand der großen Wandmulde. Hier sollte ein Bohrhaken auf einer Felsinsel sein, der nicht gefunden werden konnte. Weiter über Gras etwas links haltend zu Felsinsel mit SU mitten im Grasgelände und weiter zur schon sichtbaren SU-Schlinge etwa 10 m oberhalb, 58 m, 6 – 8 m 2+, Rest 1- und Gehgelände. 4. SL: Vom Stand über festen Fels gerade hinauf zur nächsten SU mit Schlinge. Weiter links haltend in eine Schuttmulde (1 BH) und nach links ansteigen über brüchige Schrofen (Steinmann) zu Stand unterhalb des eigentlichen Kraxengrates, hier StandBH, 55 m, 2+ und 2, dann 1 und Gehgelände. Anmerkung: Bis hierher großteils grasiges und brüchiges Schrofengelände, teilweise erdig. 5. SL: Steil hinauf zur Gratkante (1 BH), an ihr weiter, zuletzt links in Verschneidung und durch sie empor und noch etliche Meter zu Stand, 48 m, 3+ und 3, guter Fels. 6. SL: Entlang des Grates in leichterem Fels in eine kleine Mulde vor einem Steilaufschwung, 50 m, 2+ und 2, Stand an gebohrter SU mit dünner Schlinge. 7. SL: Links hinauf zu rotem Normalhaken, weiter am Grat und steil (1 BH) hinauf über festen Fels in leichteres Gelände zu Stand bei BH, 35 m, 2 – 3 m 4, 3 m 4-, Rest 3, 2, 1. 8. und 9. SL: Leicht, jedoch brüchig weiter am Grat, Stand jeweils an Bohrhaken, in der 9. SL nach links über Grasschrofen an den Fuß einer steilen Verschneidung, 2 und 1, je ca. 35 – 40 m. 10. SL: Sehr steil und schön durch diese Verschneidung hinauf, 2 BH, 1 SU mit Schlinge, dann noch wenige Meter leicht zu Stand bei 2 BH, 25 m, 4 und 4- (Wandbuch). 11. SL: Über den nicht ganz festen plattigen Aufschwung (2 BH) hinauf, oben rechts halten zu Stand bei BH, 25 m, 2+ und 2. 12. SL: Über Gras und links haltend auf dem Grat 50 m hinauf zu Stand bei BH, 2+ und 2, diese SL kann auch rechts in steiler Schrofenmulde (SU) bis zu Köpfl (SU) begangen werden (1, zuletzt 3 auf das Köpfl). 13. SL: Vom BH auf das Köpfl, 2 m links absteigen und weiter in kleine Schuttmulde. Aus ihr mit einem Spreizschritt zu Normalhaken und einen Riss abwärts zu weiterem Normalhaken, davon nochmals etwas tiefer und abermals mit Spreizschritt auf den Grat und wieder hinauf zu Stand an BH, 35 m, 2, 3, 2. 14. SL: Steil links hinauf um ein Eck (roter Normalhaken), dann leichter weiter auf dem schmalen, brüchigen Grat zu Stand bei großem Block, 55 m, 3, dann 2. 15. SL: Hinauf zum nächsten Steilaufschwung (Normalhaken), über den kurzen Aufschwung (3+) oder rechts davon über brüchige Steilschrofen (2), dann wieder am Grat weiter bis zu einem Block mit guter Standmöglichkeit, 55 m, 3+, sonst 2. 16. SL: Waagrecht am Grat, Spreizschritt nach links (2), auf ein Köpfl hinauf und auf die dahinterliegende Gipfelwiese, 20 m. In wenigen Metern zum höchsten Punkt. Grathöhe rund 400 m.
Abstieg
Vom Gipfel über den markierten Normalweg zum Wiesberg, dann über den steilen und grasig-schrofigen Südhang hinunter in den Sattel vor dem Sonnenstein (Achtung bei Nässe oder Schnee). Um diesen südlich herum zur Kaiser Hochalm und auf dem Wanderweg Nr. 814 über die Kaiseralm und die Wegscheid Niederalm zurück zum Ausgangspunkt.
Zielpunkt
Kopfkraxe, 2178 m
Rast / Einkehr
Die Wegscheid Niederalm ist zeitweise bewirtschaftet. Gasthaus Jägerwirt bzw. Gastronomiebetriebe in Scheffau
Kombinationsmöglichkeiten
Von der Kopfkraxe kann das Sonneck in kurzer Zeit über einen teils versicherten Steig erstiegen werden.
Karten
Österreichische Karte 1:25 000, Blatt 90 Kufstein Österreichische Karte 1:50 000, Blatt 3213 Österreichische Karte auf DVD Austrian Map Fly 4.0 Alpenvereinskarte Blatt 8 Kaisergebirge Alpenvereinskarte Digital auf DVD Kompass Wander-, Bike- und Schitourenkarte 1:50 000, WK 9, Kaisergebirge
Bemerkung
Die Seillängen sind laut Beschreibung der Erstbegeher teilweise 60 m lang, daher hat die Tour nach deren Angaben auch nur 14 Seillängen.