Auf der B 107 von Heiligenblut oder Winklern (hierher durch das Mölltal oder Drautal bzw. Lienz über Iselsberg) nach Mörtschach, visavis der Abzweigung ins Astental links (von Süden) bzw. rechts (von Norden) abbiegen und über die Möll (grüner Wegweiser "Wangenitztal"). Fahrverbotstafel ("Privatweg", für Berechtigte - nach Rücksprache mit Anrainern Zufahrt auf eigene Gefahr gestattet, Stand August 2016) - die schmale Asphaltstraße führt bergan zunächst südwärts, nach einer markanten Kehre nordwärts Richtung Pirkachberg. Nach dem letzten Gehöft schmale, abenteuerliche Sandstraße, der Fahrweg führt nach einer Linkskurve noch ca. 1500 Meter zu einem überraschend geräumigen Parkplatz unterhalb der Wangenitzalm.
Charakteristik
Langer, aber landschaftlich ungemein reizvoller Hüttenanstieg durch das Wangenitztal (immer den Wangenitzbach entlang, "alles fließt"!) zur Hütte am gleichnamigen Seenkessel.
Gipfel / Berg
Wangenitzseehütte (2508m)
Ausrüstung
Bergschuhe, Regenschutz, Proviant, Teleskopstöcke vorteilhaft; Sonnenschutz (aufgrund der Ausrichtung des Wangenitztals Sonne immer im Rücken)
Tourtyp / Charakter der Tour
mittelschwere Bergwanderung
Wegbeschaffenheit
markierte Wege (alpines Gelände)
Steig
Wiesenweg
Wegbeschaffenheit Ergänzung
Von der Wangenitzalm bis zum Prititschfall Fahr- bzw. Karrenweg
Wegbeschreibung / Routenverlauf
Vom Parkplatz (Infotafel) über den Wangenitzbach und gleich links; kurz durch Wald zur nahen Wangenitzalm (mehrere Hütten, im Talschluss ist die Wangenitzseehütte sichtbar), am linken Wiesenrain entlang zu den oberen Hütten. Der gut markierte Weg 928 führt nun - immer in Westrichtung - erneut über den Bach, sodann auf einem Flurweg langsam ansteigend (links Abzweigung zur Maskapelle). Ein drittes Mal überschreiten wir den Wangenitzbach, nun bleiben wir auf der rechten Uferseite. Wir passieren ein Marterl (+ Adolf Fleisner, ältere Gravur 1863) und den imposanten Prititschbach - Wasserfall zur Rechten, daneben ein weiterer Wasserfall. Immer wieder strömen Wasserläufe von beiden Talseiten dem Wangenitzbach zu. Über Almböden auf Wiesenweg sanft bergan, in einem lockeren Erlenwäldchen passieren wir ein Gatter, zugleich Eintritt in die Kernzone des NP Hohe Tauern. Der Wiesenweg erreicht bald die Waldgrenze, nunmehr rechts über Serpentinen steil den Wiesenhang bergan zur idyllischen Ladinig - Almhütte am Wildbach, die über dem Talschluss thront. Markant ragen südlich hinter der Hütte die Seichenköpfe auf (Muletter und Spitzer Seichenkopf). Rechts neben der Hütte am Schafstall vorbei weiter bergwärts, durch den rechten Wiesenhang wird der Felsriegel am Talschluss geschickt umgangen und wir erreichen bald einen schönen Hochtalkessel mit dem kleinen Smaragdsee, der immer mehr verlandet. Idyllisch auch die Mäander des Wangenitzbaches, Murmeltieralarm! Wir gehen den Kessel auf der rechten Hangseite eher flach aus, überqueren einige Wasserläufe, sodann in Serpentinen erneut rechts bergan in einen weiteren kleinen Karkessel. Die Wangenitzseehütte thront vor uns auf einem Felsriegel. Kurze harmlose Felspassage, sodann weiter am rechten Hang flach zum Schlussanstieg aus dem Kessel, kurz felsig, aber nie ausgesetzt. Unvermittelt im Sattel erster Blick auf den tiefblauen Wangenitzsee, den größten Kärntner Hochgebirgssee. Von hier in ca. 1/4 h rechts bergan zur sichtbaren Hütte, hinter der das Petzeck aufragt. Gehzeit ab Parkplatz ca. 3h - 3 1/2h. Von der Hütte aus Blick ins Tal bis zur Wangenitzalm; südlich des Sees ragen Gaiskofel und Seekarkopf auf, rechts daneben die Obere Seescharte. Es lohnt sich die wunderschöne Seenplatte zu erkunden, auch wenn man nicht das Petzeck o. ä. besteigen will. Die Runde um den Wangenitzsee ist jedoch nur Schwindelfreien zu empfehlen (Klettersteigpassagen, siehe alpintouren.at). In jedem Fall sehr lohnend ein Besuch der Hängebrücke über den Abfluss des benachbarten Kreuzsees in den Wangenitzsee, die zahllosen kleinen Seeaugen mit Wollgrasbestand und ein Besuch der nahen Unteren Seescharte (2533m, 1/2 - 3/4h) an der Osttiroler Grenze mit Blick über die Seenplatte, Wegkreuz, Materialseilbahnstation und Blick nach Osttirol (Debanttal, Lienzer Dolomiten, Zettersfeld und westliche Schobergruppe). Über den Seen ragen rechts neben der Kreuzsee - Scharte im Norden Hoher Perschitzkopf, Kruckelkopf und Petzeck auf (vgl. alpintouren.at). Im Osten jenseits des Mölltals markant (von links) Mohar mit Glocknerblick, Makernispitze, Gr. Sadnig und Melenkopf, am Horizont die vergletscherte Hochalm. Abstieg auf dem Aufstiegsweg ab Hütte 3h.
Stützpunkt
Wangenitzseehütte (2508m), ÖAV Lienz, bis 2009 Sektion Holland des ÖAV bzw. NKBV, 28 B, 38 L, Mitte Juni - Ende September (je nach Witterung), Tel. + 43 4826 229, http://www.wangenitzseehuette.com/
Zielpunkt
Wangenitzseehütte (2508m)
Kombinationsmöglichkeiten
Von Mörtschach selbst über Pirkachberg zu Fuß ins Wangenitztal: Gehzeit erhöht sich um 1 1/2h - 2h (eine Richtung) und ca. 400 Höhenmeter. Von der Wangenitzalm zur Mas-Kapelle (1431m, Spaziergang). Von der Wangenitzseehütte auf das Petzeck (3283m, hochalpin, nur für Geübte, Weg 927) - siehe alpintouren.at Rund um den Wangenitzsee (Klettersteig - Passagen!) - siehe alpintouren.at Vom Wangenitzsee über Kreuzsee - Scharte und Hohe oder Niedere Gradenscharte zur Adolf-Noßberger-Hütte (hochalpine Übergänge, im Frühsommer Altschnee! Weg 918 bzw. 923). Vom Wangenitzsee über Niedere Seescharte zur Lienzer Hütte (Zinkeweg) oder bergab zum Parkplatz Seichenbrunn im Debanttal (Wege 917 bzw. 939) - siehe alpintouren.at Vom Wangenitzsee über Obere Seescharte und Wiener Höhenweg zur Raneralm und Winklerner Hütte.
Karten
f & b 1: 50 000 WK 181 Kals - Heiligenblut - Matrei - Lienz
Beschilderung
ausgezeichnet markiert (Stand August 2016)
Bemerkung
Sehenswert in der Umgebung:
Astental (schmale Straße ab Mörtschach bis zum Sadnighaus, asphaltiert) und Tourengebiet Sadnig - Mohar (vgl. alpintouren.at) Wallfahrtskirchen Maria in der Au (südlich von Mörtschach) und Maria Dornach (nördlich in Sagritz / Mitteldorf) Schloss Großkirchheim (Döllach, Goldbergbau- und Heimatmuseum) Wasserfall "Jungfernsprung" und Apriacher Stockmühlen - Alpe AdriaTrail Heiligenblut und Großglockner-Hochalpenstraße